Nach einigen Release-Verschiebungen und Feature-Streichungen war es im März endlich soweit: Der Nachfolger DER Rennspiel-Referenz, nicht nur auf der Playstaion, wurde veröffentlicht.
Die Bezeichnung "The Real Driving Simulator" trifft wie bei keinem anderen Spiel zu. Konnte schon GT3 mit einem einmaligen Fahrgefühl aufwarten, wird es von GT4 noch einmal übertroffen.
Durch die äußerst detailgetreue Nachbildung der Original-Strecken (insgesamt ca. 70, inkl. Fantasietracks), was über die Streckenführung über den Asphalt bis hin zu Unebenheiten spürbar und sichbar wird, kommt richtiges Rennfeeling auf. Allein für die exakte Rekonstruktion der Nürburgring Nordschleife verbrachte ein Team von Fotografen, Technikern und Rennfahrern über einen Monat lang auf der 20,8 Kilometer-Tradtions-Strecke. Im fertigen Spiel beträgt die Abweichung zur Originalstrecke nur 15 Millimeter! Optische Highlights sind die neuen Stadtstrecken Paris, New York oder Seoul. Die Spezialbedingungen stellen mit Rennen bei Schnee, Matsch oder nassem Asphalt den GT-Fahrer auf die Probe. Mit fotorealistischer Grafik können die Rallye-Strecken Grand Canyon, Citta di Aria oder Cathedral Rocks aufwarten.
Neben den bekannten Spielmodi Arcade und GT eine gibt es eine neue Variante, die den Spieler die Rolle des Team-Chefs überlässt.
Man kann vor jedem Rennen zwischen A-Spec und B-Spec wählen. Im A-Spec Modus nimmt man die Position des Rennfahrers ein, was dem traditionellen Rennerlebnis entspricht. Im neuen B-Spec Modus hingegen nimmt man die Position des Team-Chefs ein und dirigiert seinen eigenen Rennstall. Während des Rennens hat man dann die Möglichkeit seinem Fahrer verschiedene Befehle zu erteilen. So kann man ihm zum Beispiel in die Box holen oder ihn zum Überholen auffordern. Leider geht das nicht bei allen Rennen. Der Boxenstopp zeigt, erstmalig in der GT-Serie, eine voll animierte Pit-Crew in Aktion. Hier kann auch zwischen A-Spec und B-Spec Modus gewechselt werden.
Die Steuerung der ca. 700 versch. Fahrzeuge, unterteilt in ca. 80 Automarken bzw. -Tuner, ist sehr feinfühlig und lässt sich schon mit den Standard-Analog-Controllern gut umsetzen. Wer immer nur voll auf Bremse oder Gas steht, wird kaum Bestzeiten fahren. Hier ist sanftes dosieren angesagt, je nach Fahrzeug und Strassenlage mehr oder weniger.
Die Grafik wurde gegenüber dem Vorgänger ebenso überarbeitet und ist einfach konkurrenzlos. Nirgendwo anders sehen die Autos so realistisch aus, was besonders bei den Rennwiederholungen auffällt. Hier wird das Letzte aus der PS2 rausgeholt.
Die Soundkulisse hätte etwas mehr brachiales haben können, die Motorengeräusche der einzelen Fahrzeuge kommen nicht zu Geltung und hören sich teilweise recht ähnlich an. Leider hat man die in den Menus laufende Hintergrundmusik schnell satt. Deaktiveren ist natürlich möglich.
Doch was ist ein Rennspiel ohne entsprechendes Zubehör?
Wir konnten Gran Turismo 4 mit einem Rennsitz der Firma Playseats inkl. dem Logitech Drive Force-Lenkrad testen.
Urspünglich als Traningsgerät von einem Rennfahrer namens F.Smit entwickelt, wurde der Sitz im Laufe der Zeit zu einem echten Renner.
Der Playseat™ besteht im wesentlichen aus 9 Einzelteilen, welche mit einigen wenigen Handgriffen zusammengebaut werden können. Es wird kein extra Werkzeug benötogt, alles was für den Zusammenbau benötigt wird, ist im Paket enthalten. Der Schalensitz ist klappbar, weshalb das Ganze in einer überraschend kompakten Verpackung geliefert wird, und lässt sich arretieren, so das ein unbeabsichtiges Umklappen verhindert wird.
Ist alles zusammengebaut, lässt sich die Sitzposition, ganz so wie im richtigen Auto, durch ziehen eines Hebels unterhalb des Sitzes verstellen und so die Entferung zum Lenkrad einstellen. Zusätzlich kann die Höhe der Lenkradpostion über einen Schnellspanmechanismus angepasst werden.
Das Lenkrad lässt sich auf der Plattform mittels Schnellspannern und zusätzlichem Klettverschlüssen optmial befestigen. Gleiches gilt für die Pedale. Der Platz für beide Teile ist ausreichend gross ausgelegt, so dass alle handelüblichen Lenkräder problemlos befestigt werden können.
Die Kabel der Peripherie können mit Kabelbindern an die Lenkradhalterung fixiert werden und damit diese nicht beim fahren stören und nicht zu Stolperfallen werden.
Bereits beim ersten Probesitzen fällt die neue Sitzposition angenehm auf. Der Sitz bietet bequemen Sitzkomfort, man hat regelrecht das Gefühl, tatsächlich ich einem Nissan Skyline zu sitzen. Auch nach mehreren Stunden langen Rennsessions treten keine Verspannungen oder Rückenschmerzen auf. Das liegt an der perfekten Ergonomie des Schalensitzes, welcher offensichtlich echten Rennsitzen nachempfunden ist.
Das Lenkrad liegt optimal in der Hand. Die Oberfläche ist auch bei schwitzigen Händen schön griffig. Dank Force-Feedback Unterstützung muss richtig kraft aufgewendet werden, um die Boliden um die Kurven zu bewegen. Bodenwellen werden realistisch durch Ruckler und Lenkrad-Gegensteuern simuliert. Was will man mehr...
Lediglich bei starken Manövern bzw. heftigem Lenkradgezerre bewegt sich die Lenkradhalterung heftig mit. Hier liegt noch Verbesserungpotenzial.
Fazit: Gran Turismo 4 "The Real Driving Simulator" ist ein würdiger Nachfolger, auch wenn hier nur Detailverbesserungen vorgenommen worden sind und keine echten Innovationen hinzugekommen sind. Nur der B-Spec-Modus ist wirklich neu. Das fehlende Schadensmodell ist für Fans zu verschmerzen und wird aller vorrausicht nach im nächsten Teil eingebaut. Dann nämlich wird die Hardware eine vernünftige Umsetzung möglich machen und so den Qualitätsansprüchen von Polyphony und Sony gerecht werden. Auch mit sichtbarem und bleibendem Reifenabrieb ist zu rechnen. Auch der fehlende Online-Modus soll eventuell noch dieses Jahr nachgereicht werden.
Mit über 700 Autos und der Auswahlmöglichkeit zwischen den verschiedenen Streckentypen ist das Spiel jedoch ein Must-Buy für alle Autorennfreak und GT-Fans sowieso. Und in Kombination mit dem Rennsitz von Playseats die wohl günstigste Methode, im eigenen Wohnzimmer "echtes" Rennfeeling zu spüren. Man riecht praktisch den Benzingeruch und den Gummi der Reifen.
So, jetzt aber weiter, die 24h Stunden von Le Mans starten gleich....