Ego-Shooter gibt es wie Sand am Meer. Doch nur wenige sind so taktisch und machen gleichzeitig so viel Spaß, wie das Meisterwerk von Gearbox. Die Rede ist natürlich von „Brothers in Arms: Road to Hill 30“. Was in diesem Spiel an Action, Spannung und Abwechslung geboten wird, ist wirklich unglaublich.
Beschreibung: Ihr spielt den Amerikaner Matt Baker, der Soldat im Kampf gegen das von Nazis befallende Europa ist. Am Tag des Sturms auf die Normandie, also am 6. Juni 1944, beginnt euer „Arbeitstag“.
Als Fallschirmspringer sollt ihr Frankreich erobern. Leider wird das Flugzeug abgeschossen und die Mannschaft und eure Wenigkeit aus dem Flugzeug gesprengt. Nach einer harten aber überlebten Landung, steigt ihr schon mitten ins Kriegsgeschehen ein. Das kann bei „Brothers in Arms“ durchaus wörtlich genommen werden, da man sich wirklich in den 2ten Weltkrieg versetzt fühlt.
Während man ein kleines Tutorial absolviert in dem man über ein paar Bäume hüpft und kriecht, kann man sich schon im Hintergrund das Kriegsszenario angucken, das durch eine menge Flakfeuer und abstürzende Flugzeuge wiedergespiegelt wird.
Die eigentliche Innovation des Spielt bemerkt man aber erst, wenn man eine Waffe zur Hand hat. Sobald gegnerische Einheiten bemerkt wurden, kann man sich mit der „Back“ Taste einen überblick über die Situation beschaffen, indem man die Landschaft von einer Vogelperspektive aus beobachten kann. Ein roter Kreis über den Gegnern zeigt, wie unterdrückt sie sind. Ist der Kreis rot, schießen die Gegner wie wild und kommen oft aus ihrer Deckung hervor. Durch Sperrfeuer werden die feindlichen Einheiten aber gezwungen, in ihrer Deckung zu bleiben. Das ist natürlich die Chance für uns. Wir schleichen uns von der Seite an und können meist fast problemlos alle Gegner ausschalten. Dieses Element macht das Spiel so extrem taktisch. Man muss seine Angriffe immer genau planen und vorrausdenken, damit die eigenen Soldaten nicht gefährdet werden, denn schon nach ein paar Treffern beißt unser Held bzw. seine Kameraden ins Gras. Die Mission wird dann zwar nicht abgebrochen, aber ohne Teamkameraden ist es fast unmöglich.
Faszinierend an dem Game ist die KI. Die Einheiten sind wirklich so unglaublich intelligent, das es schon unheimlich wird. So passiert z.B. nie der Fehler das sie, wie in zahlreichen anderen Spielen, mitten im Gefecht stehen und um Hilfe schreien. Sie suchen sich sofort Deckung und laufen sehr schnell und geduckt. Wenn man ihnen die Anweisung gibt, von einer Wand zur anderen zu laufen, tun sie das nicht, ohne dabei die Gegner mit massig Sperrfeuer zu belegen damit sie nicht aus der Deckung hervorkommen können. Dank der hervorragenden KI passiert es deshalb auch recht selten, das man Männer verliert.
Die Grafik von Brothers in Arms ist sehr detailgetreu und liebevoll gestaltet worden. Durch originale Fotoaufnahmen der Schauplätze konnte nahezu jedes Haus nachgebaut werden. Besonders die schönen Landschaften stechen in den Vordergrund, da sich dort viel Vegetation breit macht und ein schönes Gesamtbild darstellt. Auch die Soldaten sehen sehr gut aus und wirken sehr echt. Die Atmosphäre setzt dem ganzen noch eine Krone auf. Wenn die Kameraden von einer Deckung zur anderen Rennen, spürt man wirklich die Angst, die sie im MG-Feuer haben müssen. Auch die panischen Sprüche der Soldaten sind sehr passend und machen das Kriegsgeschehen noch grausamer. Dazu kommen noch viele gescriptete Aktionen wie ein Flugzeugabsturz oder das ständige Flakfeuer am Himmel.
Da in „Brothers in Arms“ nicht mit virtuellem Blut gegeizt wurde. Hat das Spiel die USK 18 Einstufung auch verdient. Denn nach z.B. Granateneinschlägen ergibt sich meistens ein sehr unschönes Bild.
Dies bringt aber auch wieder viel Atmosphäre in das Spiel und macht es noch realer.
Das Gameplay von „Brothers in Arms“ bereitet viel Spaß. Ihr befehlt meist 1 bis 2 Teams: das Feuer- und Angriffsteam. Sie bestehen jeweils aus ungefähr 4 Leuten. Mit der weißen Taste könnt ihr zwischen den Teams wechseln und ihnen dann mit der linken Schultertaste sagen, wo sie hinlaufen oder welche Aktionen sie durchführen sollen. Das Feuerteam ist dazu da, die Feinde mit Sperrfeuer zu belegen. Danach könnt ihr dann dem Angriffsteam mitteilen, das sie die Deckung über die Flanken stürmen sollen. Ob ihr grad die Feinde mit Sperrfeuer belegt oder euch lieber anschleicht und das Angriffsteam spielt bleibt euch überlassen, da ihr immer zwei verschiedene Waffen dabei habt.
Auch fällt auf, das man kein Fadenkreuz hat. Man muss also immer mit Kimme und Korn Zielen. Das macht jedoch so viel Spaß, das man das Fadenkreuz gar nicht vermisst.
Besonders positiv ist aufgefallen, das man nach mehrmaligem Scheitern an einem Ladepunkt gefragt wird, ob man sich und sein Team komplett heilen möchte. Das erspart frustvolle Momente und es treten keine stellen auf, die den Spielfluss stören.
„Brothers in Arms“ ist aber auch kein Spiel, das nach einmaligem Durchspielen in der Ecke verschwindet. Auch ein Multiplayer wurde ins Spiel eingebaut. Man kann entweder im Splitscreen zocken oder auch in eine virtuelle Xbox-Live schlacht einsteigen. Der Splitscreen läuft genauso ab, wie der Singelplayer. Ihr befehligt ein Team und habt einen Punkt einzunehmen oder müsst wertvolle Papiere retten. Das andere Team startet natürlich an einem anderen Punk und versucht, dies zu verhindern. Wenn ihr es nicht in einer bestimmten Zeit schafft, das Ziel zu erobern, hat der Verteidiger gewonnen.
Im Xbox-Live Modus könnt ihr natürlich kein Team befehlen und müsst euch auf euere Mitmenschen verlassen. Die zur Auswahl stehenden Karten entsprechen wieder originalen Schauplätzen aus dem 2ten Weltkrieg und machen allesamt eine Menge Spaß. Das Resultat aus dem ständigen Zielen aus der Deckung heraus sind minutenlange Feuergefechte, die unglaublich viel Spannung bringen.
Auch erfreut sich der Spieler über ein paar Lustige Cheats, die man sich freispielen kann nachdem man die Solomissionen geschafft hat. So kann man z.B. das komplette Spiel in schwarz und weiß spielen. So bekommt es den Look von alten Fernsehaufnahmen. Aber auch „normale“ Cheats wie unendlich Munition kann man sich durch viel virtuellen Schweiß erkämpfen und aktivieren. Auch ein paar Extras gibt es nach dem Durchspielen noch zu bestaunen. Man kann sich ein paar Bilder von Kriegsschauplätzen angucken und sie mit den Szenen im Spiel vergleichen. So kann man gut sehen wie viel Mühe sich die Entwickler gegeben haben.
Fazit: Wer auf Shooter steht und noch gerne einen Hauch von Taktik dabei haben möchte, für den ist „Brothers in Arms: Road to Hill 30“ ein absoluter Pflichttitel. Im Singleplayer treten keine Anzeichen von Langeweile auf und der Multiplayer ist mindestens genauso unterhaltsam. Nur selten hat mich ein Spiel so gefesselt und vor den Fernseher gebannt. Doch ein wenig Kritik muss auch sein: Leider ist der Singleplayer nach ungefähr 10-15 Stunden vorbei. Auch die Ladezeiten fallen sehr lang aus und können sehr nerven, wenn man eine Stelle öfter wiederholen muss.